7 wonders
http://www.unmuseum.org/colrhode.htm



http://medienportal.univie.ac.at/uniview/forschung/detailansicht/artikel/einbaum-aus-der-bronzezeit/


Alpine Pfahlbauten sind Weltkulturerbe

Die prähistorischen Pfahlbauten der Alpen genießen künftig als Weltkulturerbe besonderen Schutz. Das Welterbekomitee der UNESCO stimmte einem Gemeinschaftsantrag mehrerer europäischer Länder, darunter Österreichs, zu.
Kategorie: ArchäologieErstellt am 28.06.2011.
Sie hatten insgesamt 111 Pfahlbauten und Relikte prähistorischer Siedlungen für die Weltkulturerbeliste nominiert, darunter fünf aus Österreich. Die Fundstellen sind nun die ersten archäologischen Unterwasser-Denkmäler mit dem begehrten Welterbe-Titel.

Bis zu 6.300 Jahre alt

Die Pfahlbaureste stammen nach Angaben von Archäologen aus der Zeit von 4300 bis 800 vor Christus und haben unter Wasser oder in feuchten Böden bis heute überdauert. Von dem Titel versprechen sich Experten unter anderem eine bessere Erforschung. Nur ein sehr kleiner Teil der Pfahlbausiedlungen ist bisher wissenschaftlich untersucht worden. Eingriffe des Menschen wie die Uferverbauung oder der Klimawandel beispielsweise am Bodensee führten hingegen dazu, dass Pfahlbau-Reste freigespült und damit zerstört würden.
Insgesamt bekamen 111 Fundstätten mit Siedlungsspuren aus der Stein- und Bronzezeit in sechs Alpenländern den begehrten Welterbe-Titel. Die Siedlungsspuren aus der Stein- und Bronzezeit befinden sich nach Angaben der deutschen UNESCO-Vertretung in Paris in Seen und Mooren. Anders als in normalen Trockenbodenfundstellen sind dort organische Materialien wie Holz, Textilien, Pflanzen und sogar Essensreste erhalten. In der Siedlung Hornstaad-Hörnle - an der Spitze der in den Bodensee ragenden Halbinsel Höri gelegen - ist der älteste Hausgrundriss aus dem Jahr 3915 vor Christus nachweisbar.

Spezialisierte Perlenindustrie

Eine dort gefundene Scheibe aus Kupfer soll zu den frühesten Metallfunden in Mitteleuropa zählen. Perlen aus Kalkstein und zugehörige "Spezialbohrer" ließen eine spezialisierte Perlenindustrie erkennen, berichtete die Unesco-Vertretung. Aus Bodman-Ludwigshafen stammten Teile eines Kulthauses (um 3860 v. Chr.) mit plastisch geformten und bemalten Brüsten, die ursprünglich an einer Hauswand angebracht waren.
Neben den fünf österreichischen Stätten wurden Pfahlbauten in der Schweiz, welche die Federführung in der Bewerbung übernommen hatte, in Deutschland, Frankreich, Italien und Slowenien unter Schutz gestellt. Kulturministerin Claudia Schmied (S) zeigte sich erfreut: "Die Aufnahme der Pfahlbauten auf die UNESCO-Welterbeliste fördert die Entwicklung adäquater Schutzmaßnahmen und Managementkonzepte der Fundstellen, die durch natürliche Umweltveränderungen und menschliche Eingriffe gefährdet sind", sagte sie in einer Aussendung. "Das Netzwerk aller Alpenländer, in denen Pfahlbausiedlungen erhalten sind, bietet die großartige Chance, Vergangenes und Gegenwärtiges miteinander zu verbinden."
Die Fundstellen aus Österreich sind die Pfahlbausiedlung inmitten des Keutschacher Sees südlich des Wörthersees in Kärnten sowie weitere vier Stätten in Oberösterreich, drei im Attersee in den Gemeinden Attersee und Seewalchen (Abtsdorf I und III, Litzlberg Süd) und eine im Mondsee (See im Mondsee). Die Pfahlbauten in Österreich gehen auf die Jungsteinzeit bzw. auf die Bronzezeit zurück.

Könige trugen Brennnesseln

In der Bronzezeit waren Stoffe aus Wolle, Flachs und Hanf in Europa verbreitet. Die gehobene Kundschaft aus Skandinavien bevorzugte aber Gewänder aus Brennnesselfasern. Hergestellt wurden sie in Österreich.
Kategorie: BronzezeitErstellt am 28.09.2012.
Vor 2.800 Jahren starb einer der reichsten und mächtigsten Männer Dänemarks. Wer er war, wissen Archäologen nicht. Doch sein Grab ist so gewaltig, dass manche vermuten, er müsse den Rang eines Königs gehabt haben. Seine Zeitgenossen errichteten ihm einen Grabhügel auf der dänischen Insel Funen.
Lusehøj heißt diese 36 Meter breite und sechs Meter hohe Erhebung, für deren Bau die Grasnarbe von sieben Hektar Land herangeschafft wurde. 3.200 Arbeitstage waren nötig, um das Grab fertigzustellen, wie Archäologen vorrechnen - unbedeutend kann der Unbekannte von Lusehøj jedenfalls nicht gewesen sein.

Stoffe aus Wildpflanzen

Die Studie

"Nettle as a distinct Bronze Age textile plant", Scientific Reports (doi: 10.1038/srep00664).
Karin Margarita Fei von der Universität Kopenhagen schickt sich nun an, die Geschichte dieses bedeutenden Fundes umzuschreiben. Das Grab wurde bereits im Jahr 1861 entdeckt, darin befand sich eine Bronzeurne samt Knochen eines rituell verbrannten Körpers. Letzterer war in einen Stoff eingewickelt, den man lange als Flachs identifizierte. Doch Fei korrigiert diese Ansicht in einer aktuellen Studie. Das Gewebe sei vielmehr aus Brennesselfasern hergestellt worden, schreibt sie im Fachblatt "Scientific Reports".

Nesselstoff (links) und Urne von Lusehøj
Was bemerkenswert ist: Denn bislang gingen Fachleute davon aus, dass Stoffe mit Aufkommen der Landwirtschaft aus kultivierbaren Pflanzen wie Flachs oder Hanf gefertigt wurden. Brennnesseln benötigen allerdings sehr stickstoffreiche Böden und waren daher nur als Wildpflanzen verfügbar. Wie Fei herausgefunden hat, stammt der bronzezeitliche Stoff auch nicht aus der Region des heutigen Dänemark, sondern aller Wahrscheinlichkeit aus Kärnten oder der Steiermark. Darauf weisen zumindest Strontium-Analysen hin.
Das Element kommt weltweit in der Erdkruste vor, allerdings in regional unterschiedlichen Isotopenverhältnissen. Da Pflanzen Strontium beim Wachsen aufnehmen, lässt sich auch nach tausenden Jahren deren Herkunft bestimmen. Im Fall der Brennnesseln liegt die Herkunftsregion offenbar mehr 1.000 Kilometer von Lusehøj entfernt - für die damalige Zeit eine erstaunliche Distanz.

Tod eines Handlungsreisenden

Solch lange Reisen wurden damals nur wegen extrem wichtiger Rohstoffe unternommen. Bronze war der Anlass für den mächtigen Mann aus Dänemark, sich so weit von seiner Heimat zu entfernen, vermutet Fei:
"Bronze wurde zu dieser Zeit aus Zentraleuropa nach Dänemark importiert. Den Handel kontrollierten reiche und einflussreiche Männer. Es ist gut vorstellbar, dass einer dieser Importeure während einer Dienstreise in Österreich gestorben ist. Dort hat man seine Knochen in Nesselstoff eingewickelt, in eine Bronzeurne gelegt und zurück nach Dänemark gebracht."
Für diese Interpretation spricht auch die Bedeutung von Kärnten und der Steiermark während dieser Periode. Die beiden Länder waren damals ein Zentrum des Flachsanbaus und daran angeschlossenen Handels. Dass die Reiseroute des Unbekannten aus dem Norden durch Österreich ging, hatte wohl wirtschaftliche Gründe. Neben der Bronze dürften auch Textilien zu seinen Handelsgütern gezählt haben. Vielleicht hat er mit Kelten Geschäfte gemacht, die damals in Mitteleuropa die Hallstattkultur bestimmten.
Stoffe aus Brennnesseln waren jedenfalls, wie Fei in ihrer Studie schreibt, keineswegs billige Substitute für die damals in Skandinavien verbreitete Wolle. Das Textil dürfte eher ein Luxusartikel gewesen sein, ein Kleid für Könige. Ob die Dänen vor 2.800 Jahren jemals selbst Brennnessel-Textilien gefertigt haben, ist mit Feis Studie nun fraglich. "Das ist der einzige bronzezeitliche Nesselstoff, den wir haben."

Die älteste Zahnfüllung der Welt

Bereits in der Jungsteinzeit vor 6.500 Jahren bekamen Menschen Zahnfüllungen - vermutlich um Schmerzen zu lindern. Das zeigt ein Kieferknochen inklusive Zahn mit Bienenwachsfüllung, den Forscher in Slowenien gefunden haben.
Kategorie: KnochenfundErstellt am 20.09.2012.
"Diese Entdeckung ist vielleicht das älteste Beweisstück für vorgeschichtliche Zahnmedizin in Europa und das früheste bekannte Beispiel für eine therapeutisch-schmerzlindernde Zahnfüllung", sagte Teamleiter Federico Bernardini vom Internationalen Zentrum für Theoretische Physik in Triest. Er präsentiert den Fund im Fachjournal "Plos One".

Die Studie:

"Beeswax as Dental Filling on a Neolithic Human Tooth" vom 19.9. in PLoS ONE (7(9): e44904; doi:10.1371/journal.pone.0044904).
Das Bienenwachs könne kurz vor oder kurz nach dem Tod des Menschen in den Zahn eingearbeitet worden sein, schreiben die Forscher. Wann genau, wissen sie aber nicht. Sollte der zahnmedizinische Eingriff erfolgt sein, bevor der Patient starb, habe die Füllung wohl einen ganz einfachen Zweck gehabt: Schmerzen lindern und einen empfindlichen Riss im Zahnschmelz schützen.

Die 6.500 Jahre alte Zahnkrone unter dem Mikroskop, innerhalb der gelben Linie befindet sich das Wachs

Bohrtechnik 9.000 Jahre alt

Das Team untersuchte das Fundstück mit verschiedenen analytischen Methoden wie der Mikro-Computertomographie und der Infrarotspektroskopie. Angesichts der wenigen derartigen Nachweise könne die Füllung helfen, eine bessere Vorstellung von urgeschichtlicher Zahnmedizin zu bekommen, heißt es in einer Mitteilung des Journals.
Frühere Studien hatten gezeigt, dass bereits vor 9.000 Jahren Zahnärzte im heutigen Pakistan den Bohrer ansetzten. Im Gräberfeld von Mehrgarh in Belutschistan hatte ein internationales Team um Roberto Macchiarelli von der französischen Universität Poitiers Backenzähne mit eindeutigen Bohrlöchern gefunden. Sie wurden 2006 im britischen Magazin "Nature" (Bd. 440, S. 755) vorgestellt. Zahnfüllungen waren nach der langen Zeit nicht nachweisbar, wurden aber nicht ausgeschlossen.

Neandertaler war sprechender Rechtshänder

Die Neandertaler könnten sich wie heutige Menschen unterhalten haben, während sie mit der rechten Hand Werkzeuge benutzten. Seine Zähne haben einen in Frankreich gefundenen Neandertaler nach Ansicht von Forschern als Rechtshänder entlarvt.
Kategorie: PaläoanthropologieErstellt am 13.09.2012.
Damit sei auch wahrscheinlich, dass er sprechen konnte, erklärt Virginie Volpato vom des Frankfurter Senckenberg-Institut. Zusammen mit Kollegen hatte sie das rund 75.000 Jahre alte, vermutlich männliche Skelett untersucht, das einen gut erhaltenen Unterkiefer mit sämtlichen Zähnen aufwies.

Zähne als dritte Hand

Studie im "Plos One":

"Hand to Mouth in a Neandertal: Right-Handedness in Regourdou 1" von Virginie Volpato et al.
Aus schrägen, von rechts oben nach links unten verlaufenden Kratzspuren an den Zähnen schlossen die Forscher, dass der etwa 20 Jahre alte Mann seine rechte Hand benutzte, um Nahrung zum Mund zu führen.

Unterkiefer des Neandertalers Regourdou 1
Ihre Zähne hätten Neandertaler häufig als eine Art "Dritte Hand" benutzt. Das habe zu einem Verschleiß der vorderen Zähne und charakteristischen Kratzspuren geführt. "Die Winkel der Spuren zeigen uns, welche Hand zum Greifen der Nahrungsmittel genutzt wurde", sagte Volpato. Analysen der Arm- und Schulterknochen stützten die Vermutung, dass der untersuchte Mann Rechtshänder war wie die meisten seiner Verwandten.
Aus der Rechtshändigkeit schließen die Forscher, dass die linke Gehirnhälfte dominierte und der Mann damit die Fähigkeit zur Sprache hatte. Das Sprachzentrum des heutigen Menschen liege meist in der linken Gehirnhälfte. "Die Rechtshändigkeit der fossilen Menschenverwandten deutet auf ein modernes Muster der linken Gehirnhälfte hin. Aufgrund dieser Dominanz und anderen Beweismitteln, wie archäologischen Funden und DNA-Analysen, gehen wir davon aus, dass Neandertaler die Fähigkeit zur Sprache hatten", sagte Volpato.

Studie: Doch kein Sex mit Neandertalern

Menschen und Neandertaler haben sich möglicherweise doch nicht miteinander gepaart. Gemeinsamkeiten im Erbgut zwischen dem modernen Menschen und Neandertalern dürften eher von gemeinsamen Vorfahren als vom Liebesspiel stammen, behauptet eine aktuelle Studie.
Kategorie: EvolutionErstellt am 14.08.2012.

Gemeinsame DNA

Ein bis vier Prozent der DNA teilen sich moderne Menschen mit Neandertalern. Über den Ursprung dieser Gemeinsamkeit tobt ein kleiner Streit unter Forschern: Hatten die frühen modernen Menschen Sex mit den Neandertalern oder nicht?

Die Studie

"Effect of ancient population structure on the degree of polymorphism shared between modern human populations and ancient hominins" ist in der aktuellen Ausgabe von "PNAS" erschienen (Abstract, sobald online).
Eine aktuelle Studie widersprich dieser frivolen Ansicht: Die gemeinsamen Teile des Genoms könnten auch durch gemeinsame Vorfahren erklärt werden, schreiben die Evolutionsbiologen Anders Eriksson und Andrea Manica von der Universität Cambridge, die das Genom von modernen eurasiatischen Menschen und Neandertalern verglichen haben.

Vorfahren in Nordafrika

Diese gemeinsamen Vorfahren könnten vor 300.000 bis 350.000 Jahren gelebt haben, höchstwahrscheinlich im Norden Afrikas. Als sich die modernen Menschen vor 60.000 bis 70.000 Jahren von Afrika aus verbreitet haben, haben sie das genetische Erbe mitgenommen.
Bisherige Studien

2.500 Jahre alte Bronzegefäße aus Hallstatt

Der Salzberg im oberösterreichischen Hallstatt lockt ab kommendem Wochenende die Besucher mit der erstmaligen Präsentation von rund 2.500 Jahre alten Funden aus der Keltenzeit. Die Bronze- und Keramikgefäße wurden bei Ausgrabungen entdeckt, ihre Restaurierung dauerte zwei Jahre.
Kategorie: ArchäologieErstellt am 13.08.2012.
Das gab das Naturhistorische Museum Wien, das die Ausgrabungen in Hallstatt durchführt, in einer Presseaussendung am Montag bekannt.

"Hallstatt-Kultur" vor 150 Jahren entdeckt

In Hallstatt wurde 1846 ein Gräberfeld entdeckt, das in das erste Jahrtausend vor Christus datiert wurde. Zusammen mit Abbauspuren im Berg ist es der Beweis dafür, dass schon zu prähistorischen Zeiten in Hallstatt Salz gewonnen wurde.
Es wurde damals bis nach Nordeuropa exportiert und brachte seinen Produzenten besonderen Reichtum, was sich auch an besonders ausgestalteten Fundstücken ablesen lässt.
Die wertvollen Spuren aus der Keltenzeit im Salzkammergut bewirkten, dass diese Epoche der europäischen Urgeschichte von der Fachwelt die Bezeichnung "Hallstatt-Kultur" erhielt.

Kunstvolle Ornamente und Symbole


Schöpfgefäß aus Bronze
Die nunmehr präsentierten Funde stammen aus dem Grab 98 aus dem Hallstätter Gräberfeld. Die Bronze- und Keramikgefäße befanden sich in schlechtem Erhaltungszustand. Deshalb erforderten die Restaurierungsarbeiten der Prähistorischen Abteilung des NHM und ihrer Kollegen des Römisch-Germanischen Zentralmuseums in Mainz zwei Jahre.
Die Archäologen beeindruckt besonders ein Schöpfgefäß aus Bronze mit einem Griff in Form einer Kuh mit nachgestelltem Kalb (siehe Bild oben). Es stammt aus dem 6. bis 5. Jahrhundert vor Christus und weist zahlreiche kunstvolle Ornamente und Symbole auf. Das außergewöhnliche Objekt wird ab September 2014 im neuen Hallstatt-Saal des NHM gezeigt.
Das Museum forscht seit 1960 mit Unterstützung der Salinen AG im und am Hallstätter Salzberg. Bei der Veranstaltung "Archäologie am Berg" stellt es zusammen mit seinen Partnern jedes Jahr jeweils die aktuellen Forschungen und deren Ergebnisse rund um die Salzwelten publikumswirksam vor.